Apple hinkt wieder hinterher: iPhone 18 Pro Funktionen, die Xiaomi längst bietet
Gestern, am 9. September 2026, war es mal wieder so weit: Apple hat sein Event „Surprise and Shine“ zelebriert und uns die neuen iPhone 18 Pro, 18 Pro Max sowie – endlich! – das erste faltbare Telefon, das iPhone Duo, präsentiert. Wie gewohnt wurden uns die „revolutionären“ Neuerungen als bahnbrechende Sprünge in die Zukunft verkauft. Doch Hand aufs Herz, liebe Xiaomi-Fans: Wer den Android-Markt aufmerksam verfolgt, hat sich wohl nur müde die Augen gerieben. Viele der vermeintlichen Innovationen des iPhone 18 Pro und Duo sind bei Smartphones anderer Hersteller, insbesondere bei Xiaomi, seit Jahren Standard.

Variable Blende: Das vermeintliche Highlight des iPhone 18 Pro
Das auffälligste Merkmal des neuen iPhone 18 Pro ist zweifellos seine Hauptkamera mit mechanischer variabler Blende. Apple spricht von sechs hauchdünnen Lamellen, die einen Wechsel zwischen f/1.48, f/1.8, f/2.8 und f/4.0 ermöglichen. Das soll den Nachtmodus verbessern, die Tiefenschärfe natürlicher steuern und echte Kinobilder ermöglichen. Klingt beeindruckend, oder? Für iPhone-Nutzer ist das sicher ein Fortschritt, da sie bisher nur feste Blenden kannten.
Doch für uns Technologie-Enthusiasten von allesxiaomi.de ist das keine Neuheit. Schon 2023 hat Xiaomi im Xiaomi 13 Ultra diese Technik auf beeindruckende Weise umgesetzt, mit variabler Blende zwischen f/1.9 und f/4.0 auf einem riesigen 1-Zoll-Sensor, der gemeinsam mit Leica entwickelt wurde. Ein Jahr später, mit dem Xiaomi 14 Pro und vor allem dem 14 Ultra, wurde das Konzept sogar noch weiterentwickelt: stufenlos variable Blenden (bis zu 1024 Schritte!). Auch andere Marken wie Samsung im Galaxy S9 (2018) oder Huawei und Honor haben diese Funktion schon lange vor Apple angeboten. Apple liefert 2026 eine saubere, gut in iOS 27 integrierte Implementierung, aber das Konzept selbst? Altbekannt. Der Unterschied liegt oft im Detail: Apple optimiert die Automatik, Xiaomi bietet oft mehr manuelle Kontrolle. Beide Ansätze haben ihren Wert, aber von einer „Revolution“ zu sprechen, wenn andere schon Jahre voraus sind, ist gelinde gesagt… optimistisch.

Dampfkammer und Kühlung: Ein „Fortschritt“, den Android längst beherrscht
Ein weiteres Feature, das Apple im iPhone 18 Pro als großartigen Fortschritt feiert, ist die neue Generation der Dampfkammer-Kühlung. Sie soll eine dreimal größere Oberfläche bieten als der Vorgänger und eine bis zu 40 % bessere dauerhafte Leistung bei anspruchsvollen Aufgaben ermöglichen, besonders im Zusammenspiel mit dem neuen A20 Pro Chip in 2 Nanometer-Bauweise. Eine Verbesserung ist das sicherlich, keine Frage.
Aber auch hier: Die Android-Welt und insbesondere chinesische Hersteller wie Xiaomi setzen bereits seit 2020 auf große Dampfkammern. Das Mi 10, das Redmi K30 Pro und viele nachfolgende Modelle verfügten über Liquid-Cooling-Lösungen mit mehreren Tausend Quadratmillimetern Fläche. Im Jahr 2021-2022 stellte Xiaomi sogar seine Loop LiquidCool-Technologie vor, die laut eigener Aussage die Effizienz herkömmlicher Dampfkammern verdoppelte. Während Apple sich auf Graphit und diskretere Lösungen konzentrierte, setzte das Android-Ökosystem bereits auf aggressive Kühlung, um die Leistung bei Gaming und intensiven Anwendungen aufrechtzuerhalten. Man merkt: Wenn es um rohe Leistung und deren nachhaltige Bereitstellung geht, hat Xiaomi hier schon früh die Grenzen verschoben.

Schnellladung: Apples ewige Verzögerung
Auch bei der Ladegeschwindigkeit macht das iPhone 18 Pro einen Sprung nach vorne: Es erreicht 50 % Ladung in etwa 15 Minuten per Kabel. Das ist im Vergleich zu früheren iPhone-Generationen definitiv ein Fortschritt. Doch im breiten SmartPhone-Markt ist das immer noch bescheiden. Erinnern wir uns: Xiaomi bot schon 2020 im Mi 10 Ultra beeindruckende 120W Schnellladung! Seitdem sind Ladeleistungen von 67W, 90W, 100W und sogar noch höhere Werte in Flaggschiffen und oberen Mittelklasse-Smartphones von Xiaomi, Redmi, Oppo, OnePlus und Vivo alltäglich geworden. Während Apple der Batterielebensdauer und der Wärmekontrolle Priorität einräumt (was durchaus lobenswert ist), haben andere Marken längst Lösungen gefunden, um das Handy in der „Kaffeepausen-Zeit“ vollständig aufzuladen. Für uns Nutzer bedeutet das: weniger Wartezeit, mehr Flexibilität im Alltag. Apple holt hier auf, aber der Abstand ist immer noch beachtlich.

Die verschwindende Kamera, das faltbare Display und der zweite Bildschirm
Hier kommen wir zum iPhone Duo, Apples erstem Falt-Handy, und hier wird Apples Rückstand besonders deutlich.
Kamera unter dem Display: Nichts Neues unter der Sonne
Die große Überraschung des iPhone Duo ist die interne Frontkamera, die unter dem Display versteckt ist (Under-Display Camera). Wenn sie nicht benutzt wird, verschwindet sie komplett, und das Display bleibt makellos, ohne Notch oder Dynamic Island. Apple präsentiert dies als Design-Meisterleistung.
Doch Samsung führte diese Technik bereits 2021 im Galaxy Z Fold 3 ein und nutzte sie über mehrere Generationen, bevor sie vorübergehend wieder aufgegeben wurde. Auch Xiaomi experimentierte schon 2021 mit dem Mix 4 mit dieser Technologie und hat sie seitdem stetig verbessert. Die Bildqualität dieser Under-Display-Kameras war immer ein Knackpunkt. Apple verspricht hier eine bessere Lösung, und wir sind gespannt auf unabhängige Tests. Aber das Konzept ist alles andere als originell.
Faltbare Displays: Apple betritt bekanntes Terrain im Jahr 2026
Das faltbare Display selbst ist ebenfalls keine Neuheit. Samsung hat seine Galaxy Fold-Serie bereits seit 2019 auf dem Markt. Xiaomi bietet seit Jahren seine eigenen Mix Fold- und Mix Flip-Linien an. Huawei, Oppo, Honor und Motorola haben ebenfalls ausgereifte Falt-Smartphones im Angebot. Apple kommt 2026 mit einem durchdachten Design, einem stimmigen Seitenverhältnis beider Bildschirme, zukünftiger Apple Pencil-Unterstützung und einer Software-Integration, die wahrscheinlich hervorragend sein wird. Aber es kommt, nachdem der Markt bereits mehrere Generationen von Falt-Smartphones erlebt und weiterentwickelt hat. Der Wettbewerb ist hier längst in der nächsten Phase.

Zweites Display auf der Rückseite: Xiaomis kreativer Vorsprung
Ein weiterer interessanter Punkt ist das Konzept der doppelten Bildschirme. Das iPhone Duo hat dies naturgemäß (externer + interner Bildschirm). Xiaomi hat dieses Konzept jedoch in Nicht-Falt-Telefonen auf ein neues Niveau gehoben. Die Xiaomi 17 Pro und 17 Pro Max von 2025 integrierten ein sekundäres Display von 2,7 bis 2,9 Zoll direkt in das hintere Kameramodul. Dieses dient als Sucher für Selfies und Videos, zeigt Benachrichtigungen, Uhrzeit, Widgets, Abholcodes und sogar Echtzeitübersetzungen an. Eine kleinere Version hatte Xiaomi bereits im Mi 11 Ultra von 2021 erprobt. Jetzt wurde sie ausgebaut und für die 18er-Serie bestätigt. Während Apple das Duo als revolutionäres Dual-Screen-Erlebnis präsentiert, bot Xiaomi bereits ein Jahr zuvor einen nützlichen zweiten Bildschirm auf der Rückseite eines „normalen“ Telefons an. Eine smarte Anwendung von Technologie, die den Alltag wirklich erleichtern kann.
Warum kommt Apple immer später? Eine Frage der Strategie
Es gibt mehrere Gründe für Apples konservative Herangehensweise. Das Unternehmen aus Cupertino ist extrem vorsichtig, was die Reife von Technologien angeht. Es wartet lieber, bis Probleme wie Zuverlässigkeit, Energieverbrauch, Wärmeentwicklung oder Bildqualität gelöst sind, bevor es eine Funktion in die Massenproduktion gibt. Zudem priorisiert Apple die perfekte Integration in iOS und die vollständige Kontrolle über das Nutzererlebnis. Wenn Apple schließlich ein Feature einführt, funktioniert es oft polierter und vorhersehbarer als die ersten Versionen der Konkurrenz.
Die Kehrseite dieser Strategie ist, dass Premium-Android-Nutzer jahrelang Spezifikationen und Funktionen genießen, die Apple erst spät übernimmt. Die variable Blende, Kameras unter dem Display, ausgereifte Falt-Smartphones, sekundäre Rückdisplays, ultraschnelles Laden und aggressive Kühlsysteme sind klare Beispiele dafür. Xiaomi hat sich in dieser Hinsicht stets durch eine starke Experimentierfreude ausgezeichnet: große Sensoren, variable Blenden, Rückdisplays, Falt-Smartphones und Ladeleistungen im dreistelligen Wattbereich. Nicht immer gelingt auf Anhieb alles perfekt, und manchmal wird die Feinabstimmung zugunsten der Spezifikationen geopfert, aber Xiaomi gibt beim Hardware-Trend oft den Takt an. Die Entscheidung für HyperOS 4 Geräte zeigt ebenfalls Xiaomis Bestreben, das Software-Erlebnis kontinuierlich zu verbessern und mit der Hardware Schritt zu halten.
Die Evolution der Smartphone-Technologie im Vergleich
Um die Lücke zwischen Apples „Neuerungen“ und der tatsächlichen Verfügbarkeit im Markt zu verdeutlichen, werfen wir einen Blick auf einige Schlüsseltechnologien und wann sie von Samsung, Huawei oder insbesondere Xiaomi zuerst in ernsthaften Implementierungen angeboten wurden:
| Technologie | Frühestes Samsung/Huawei-Modell | Jahr | Frühestes Xiaomi-Modell | Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Variable Blende | Galaxy S9 / S9+ | 2018 | Xiaomi 13 Ultra | 2023 |
| Unter-Display-Kamera | Galaxy Z Fold 3 | 2021 | Xiaomi Mix 4 | 2021 |
| Faltbares Display | Galaxy Fold | 2019 | Mi Mix Fold | 2021 |
| Zweites Display auf der Rückseite | — | — | Mi 11 Ultra / 17 Pro/Max | 2021 / 2025 |
| Schnelles Laden (100W+) | — | — | Mi 10 Ultra | 2020 |
| Große Dampfkammer-Kühlung | — | — | Mi 10 | 2020 |
Diese Tabelle zeigt deutlich, dass Xiaomi und andere Android-Hersteller bei vielen dieser „revolutionären“ iPhone 18 Pro Funktionen und Features schon Jahre voraus waren und diese Technologien dem Markt zur Verfügung gestellt haben.
Haufig gestellte Fragen
Sind Apple-Innovationen wirklich nur alte Android-Technologie in neuem Gewand?
Nicht immer. Apple ist bekannt dafür, bestehende Technologien erst zu integrieren, wenn sie ein hohes Maß an Reife und Zuverlässigkeit erreicht haben. Sie nehmen sich Zeit für die Optimierung und schaffen oft ein nahtloseres Nutzererlebnis, auch wenn die Grundidee nicht neu ist.
Warum entscheidet sich Xiaomi dafür, Technologien so viel früher einzuführen?
Xiaomi und andere führende Android-Hersteller sind in einem wettbewerbsintensiven Markt und müssen schneller Innovationen vorantreiben, um sich abzuheben. Sie experimentieren aggressiver mit neuer Hardware und treiben die Grenzen dessen, was technisch möglich ist, oft früher voran.
Bedeutet das, dass Apple-Produkte schlechter sind?
Keineswegs. Apple-Produkte wie das iPhone 18 Pro zeichnen sich durch ihre Software-Optimierung, das Ökosystem und den langfristigen Support aus. Viele Nutzer schätzen diese Zuverlässigkeit und das reibungslose Zusammenspiel der Geräte mehr als die allerneuesten Hardware-Spezifikationen.
Sollte ich als Xiaomi-Nutzer wegen dieser „Verspätungen“ auf Apple wechseln?
Das hängt ganz von deinen Prioritäten ab. Wenn du Wert auf die neueste Hardware, schnelle Ladezeiten und innovative Features legst, die den Markt frühzeitig prägen, dann bist du bei Xiaomi und anderen Android-Flaggschiffen oft besser aufgehoben. Wenn dir ein über Jahre perfektioniertes Ökosystem und eine makellose Software-Integration wichtiger sind, dann könnte Apple eine Option sein.
Das finale Fazit: Die Qual der Wahl für den Konsumenten
Das iPhone 18 Pro und das iPhone Duo sind höchstwahrscheinlich hervorragende Geräte. Mit dem A20 Pro Chip, verbesserter Akkulaufzeit, einer gut umgesetzten variablen Blende und iOS 27 inklusive Apple Intelligence sind sie sehr wettbewerbsfähig. Das iPhone Duo bietet zudem ein durchdachtes Design und eine Software-Integration, die das faltbare Format für viele Nutzer zugänglicher machen könnte.
Doch es ist nicht ganz ehrlich, diese iPhone 18 Pro Funktionen so darzustellen, als hätte Apple sie erfunden. Die variable Blende gab es bei Xiaomi schon seit 2023. Kameras unter dem Display und faltbare Smartphones sind seit Jahren auf dem Markt. Und ein nützliches zweites Display auf der Rückseite? Eine Idee, die Xiaomi 2025 neu belebt und verbessert hat.
Apple bleibt der Meister darin, vorhandene Technologien zu verfeinern, zu integrieren und in flüssige, zuverlässige Erlebnisse zu verwandeln. Xiaomi und der Rest des Premium-Android-Ökosystems sind hingegen aggressiver, wenn es darum geht, die Hardware-Grenzen als Erste zu verschieben. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und ihr Publikum. Für den Nutzer, der Wert auf Software-Reife, Langzeitsupport und Ökosystem-Kohärenz legt, sind das iPhone 18 Pro und Duo solide Optionen. Wer jedoch die fortschrittlichsten Spezifikationen Jahre früher und zu einem meist günstigeren Preis wünscht, wird bei Xiaomi und anderen führenden Marken fündig. Der wahre Gewinner ist, wie so oft, der informierte Verbraucher, der wählen kann. Und dieser weiß: „Neu bei Apple“ heißt nicht immer „neu in der Welt der Smartphones“.